Jeder Internet-Benutzer bekommt vom Betreiber seines Einwahlknotens (oder in einem lokalen Netz, zum Beispiel einer Firma, von seinem Systemverwalter) eine eindeutige Adresse zugewiesen. Sie ist aufgebaut nach dem Muster ,,hans@knoten.betreiber.org", wobei das ,,@"-Zeichen als ,,at", also ,,bei" zu lesen ist. Der User hat auf seinem eigenen Computer oder in dem für ihn reservierten Dateienordner seines Netzwerks einen Briefkasten, in den er Post hineingelegt bekommt und aus dem seine Briefe verschickt werden. Die elektronische Post ist schneller und vor allem billiger als jede andere Kommunikationsform, bei der größere Entfernungen zu überbrükken sind. An die Texte können Dateien mit beliebigem Inhalt (also auch Bilder und Töne) angehängt werden. Zwischen dem Internet und den kommerziellen Netzen gibt es Vereinbarungen zur Weiterleitung von elektronischer Post. Wenn sie dem Eichborn Verlag eine E-mail schicken wollen: 100604.420@compuserve.com.
Dieser etwas merkwürdige Begriff, der im Original ,,information highway" lautet, assoziiert Zugang für jedermann, Transportleistung, Geschwindigkeit und Umweltverschmutzung. Gemeint ist: Potentiell jeder Bürger soll über bestimmte Zugänge (wie das ,,neue" BTX, einen Internet-Anbieter oder kommerzielle Informationsdienste) Dienstleistungen wie interaktives Fernsehen, Teleshopping, Videokonferenzen und Telearbeit wahrnehmen können. Das Fundament der Datenautobahn soll ein superschnelles Kabelnetz bilden, über das Daten nach dem ATM-Standard übermittelt werden (ATM = Asynchronous Transfer Mode, eine sehr schnelle und sehr flexible Datenübertragungstechnik). Ob die derzeit laufenden Pilotprojekte mit Multimedia-Mail und Videokonferenzen auf echte Bedürfnisse zielen oder ob diese später erst noch erzeugt werden müssen, läßt sich noch nicht beantworten.
[ursprünglich: Jemand, der Möbel mit einer Axt herstellt] 1. Eine Person, der es Spaß macht, die Details programmierbarer Systeme und ihre Erweiterungsmöglichkeiten zu erkunden, im Unterschied zu den meisten Usern, die es vorziehen, nur das notwendige Minimum zu erlernen. 2. Jemand, der begeistert (sogar besessen) programmiert oder am Programmieren mehr Freude hat als am Theoretisieren über das Programmieren. 3. Eine Person, die den Hackwert einer Sache zu schätzen weiß (der Hackwert ist eine nutzlose Eigenschaft, an der man dennoch seine Freude haben kann). 4. Eine Person, die imstande ist, schnell zu programmieren. 5. Ein Experte für ein bestimmtes Programm bzw. jemand, der ein bestimmtes Programm oder System häufig benutzt, z. B. ein ,Unix-Hacker`. 6. Ein Experte oder begeisterter Anhänger jeder Art. Zum Beispiel kann jemand ein Hacker unter Astronomen sein. 7. Jemand, der die intellektuelle Herausforderung genießt, Beschränkungen zu überwinden oder zu umgehen. 8. [abwertend] Ein böswilliger Eindringling, der durch Herumstöbern wichtige Informationen zu entdecken hofft. Zum Beispiel ,Passwort-Hacker` oder ,Netzwerk-Hacker`.
Der Begriff ,Hacker` umgreift auch die Mitgliedschaft in der weltweiten Gemeinschaft des Internet. Er bezieht sich ferner darauf, daß die betreffende Person in irgendeiner Form der Hackerethik verpflichtet ist. Hacker betrachten sich als so etwas wie eine Elite (auf Verdiensten oder Fähigkeit beruhend), allerdings als eine, in der neue Mitglieder herzlich willkommen sind. Es ist daher eine gewisse Bestätigung, als Hacker identifiziert zu werden.
[Übersetzt aus dem im Internet kursierenden, mehr als 1 Million Zeichen umfassenden Jargon File. Erhältlich u. a. über ftp://ftp.tidbits.com/pub/].
1. Die Überzeugung, daß das Teilen von Informationen ein mächtiges positives Gut ist und daß es eine ethische Pflicht von Hackern ist, ihre Kenntnisse miteinander zu teilen, indem sie freie Software schreiben und den Zugang zu Informationen und Rechnerkapazitäten möglichst erleichtern. 2. Die Überzeugung, daß das Knacken von Systemen aus Spaß und Neugier ethisch in Ordnung geht, so lange der Hacker keinen Diebstahl, keinen Vandalismus und keinen Vertrauensbruch begeht.
Diese beiden normativen ethischen Prinzipien werden von Hakkern weitgehend, aber keineswegs durchgängig akzeptiert. Die meisten Hacker hängen der Hackerethik im 1. Sinne an, und viele handeln danach, indem sie freie Software schreiben und weitergeben. Einige gehen weiter und sind der Ansicht, daß jede Information frei sein sollte und jede auf Urheberschaft basierende Kontrolle schlecht sei.
Der 2. Sinn ist umstrittener: Einige halten das Knacken von Systemen für unmoralisch. In jedem Falle aber sind fast alle Hacker bereit, technische Tricks, Software und Computerkapazitäten (wo das möglich ist) mit anderen Hackern zu teilen. Große kooperative Netzwerke wie das Internet können aufgrund dieser Eigenschaft ohne zentrale Kontrolle funktionieren; sie verlassen sich auf den Gemeinschaftssinn (und stärken ihn gleichzeitig), der wohl die wertvollste Eigenart des Hackertums ist.
[Übersetzt aus dem Jargon File, vgl. Hacker]
Nach den Konzeptionen von Vannevar Bush (1945) und Theodor Nelson (1965) ist Hypertext eine Art elektronisches Querverweissystem, in dem durch die Aktivierung des Verweises (zum Beispiel durch Mausklick auf ein unterstrichenes Wort) die Quelle des Verweises aufgerufen wird. Der Benutzer kann sich also anhand dieser Verweise nach Belieben assoziativ oder systematisch kreuz und quer durch eine große Textmenge bewegen. Ein im Hypertext-Verfahren aufbereitetes Lexikon, in dem zusätzlich die Suche nach jedem beliebigen Wort möglich ist, bildet eine ideale Informationsquelle und erlaubt dem Leser erst wirklich den Zugriff auf alle lexikalischen Informationen. Man stelle sich vor, wie mühselig es wäre, alle Goethe-Zitate aus dem 33-bändigen Grimmschen Wörterbuch herauszusuchen. Eine Hypertext-Verbindung hingegen erlaubt in Sekundenschnelle den Sprung zu einer Liste der Goethe-Zitate und den Rücksprung an die Ausgangsstelle. In den achtziger Jahren hat die Hypertext-Konzeption verbreitet Eingang in die Computer-Software gefunden. Das Macintosh-Karteisystem ,,Hypercard", das PC-Datenbanksystem ,,askSam" und die Hilfe-Funktion von Microsoft Windows sind Beispiele für ihren Einsatz. Die Konzeption bezieht, dann oft auch ,,Hypermedia" genannt, inzwischen Bilder und Töne ein. Die im World Wide Web verwendete Software basiert auf der ,,Hypertext Markup Language" (HTML) und erleichtert den Internet-Datenreisenden die Navigation im Meer der dort angebotenen Informationen.
Der Konsument eines Programms kann zum Teilnehmer werden, wenn ein ,,Rückkanal" existiert. Am PC wird die Interaktion per Tastatur, Maus und Joystick betrieben, der Fernseher erlaubt bislang nur eine lokale Interaktion mit den Reglern des Geräts und mit der Videotext-Software über die Fernbedienung. Die Ergänzung des Fernsehers durch das Telefon kann trotz der Erfolge mancher Aktionen (Goldener Schuß, TED) nur als Zwischenlösung betrachtet werden. Erst eine zweiwegige Verkabelung bringt echte Multimedia-Angebote in die Haushalte. Im Fernsehangebot werden sich nach wie vor reine Konsumangebote finden, unter anderem video on demand, also eine permanent verfügbare Videothek. Dazu kommen interaktive Angebote, die von Gameshows nach dem Vorbild der spannendsten Computerspiele über das Buchen von Flugreisen in alle Welt bis zum interaktiven Klassenzimmer von Bildungsinstitutionen reichen können.
Internet
Es gibt eine einzige wirklich brauchbare Einführung zum Umgang mit dem Internet und mit der für Windows bzw. für den Macintosh notwendigen Software. Adam Engst, der zusammen mit seiner Frau Tonya und einigen anderen Mitarbeitern seit 1990 wöchentlich eine elektronische Zeitschrift für Macintosh-Benutzer herausgibt (TidBITS, verfügbar über ftp://ftp.tidbits.com/pub/tidbits/issues/) hat es fertiggebracht, die vielen Aspekte und auch die technischen Installationen auf eine gleichzeitig präzise, intelligente und amüsante Weise zu beschreiben. Ausgerechnet diese Bücher, die in den USA Kultstatus besitzen, sind noch nicht ins Deutsche übersetzt worden. Adam C. Engst, Internet Starter Kit for the Macintosh / Internet Starter Kit for Windows, Hayden Books (jeweils mit Diskette). Die neueste, dritte Auflage der Macintosh-Variante (Sommer 1995) gibt es komplett und gratis im Internet als Hypertext (HTML-Format) unter der Adresse: http://www.mcp.com/hayden/iskm/iskm3.
Richard Dawkins, britischer Biologe, Schüler des dänischen Verhaltensforschers und Nobelpreisträgers Niko Tinbergen, veröffentlichte 1976 das Buch The Selfish Gene (Das egoistische Gen), in dem er die Auffassung vertritt, daß alle Lebewesen im Grunde nur die Werkzeuge der in ihnen regierenden Gene sind, deren einziges Ziel ihre eigene Reproduktion und Ausbreitung ist. Er kommt damit der Auffassung des Philosophen und Romanciers Samuel Butler sehr nahe, der im letzten Jahrhundert den Satz prägte: Ein Huhn ist nur der Weg, den ein Ei geht, um ein neues Ei zu machen. Gene sind nach Dawkins besonders geschickte Programme, die um ihrer eigenen Reproduktion willen ihre Umwelt manipulieren. Diese Sichtweise übertrug er auch auf die Kultur und beschrieb Ideen als miteinander konkurrierende, sich selbst vervielfachende Einheiten, die er ,,Meme" nannte. Dawkins hatte großen Einfluß auf Informatiker, die sich mit den Problemen und Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz beschäftigten, zum Beispiel Herbert Simon und Marvin Minsky. Der Begriff ,,Meme" wird häufig ausgeweitet zu ,,Meme-Komplex" und bezeichnet dann eine Gruppe von sich gegenseitig unterstützenden Memen, die ein organisiertes Überzeugungssystem bilden, zum Beispiel eine Religion. Auch Subkulturen bilden solche Komplexe. Die Meme-Konzeption geht davon aus, daß die kulturelle Evolution, die auf der Auslese angepaßter Ideen beruht, die biologische Evolution, die auf der Auslese vererbter Anlagen beruht, überlagert. Die Subkultur der Hacker griff die Auffassungen von Dawkins in den achtziger Jahren begeistert auf und versteht sich selbst als Meme produzierender Komplex.
Die Lehre von den Memen (englisch: memetics). H. Keith Henson und andere Autoren, die philosophische, biologische, psychedelische und infomationswissenschaftliche Gedanken zusammenbringen, begründeten diese Lehre. Die ,,Informationsökologie" der Hakker ist stark memetisch beeinflußt.
Newsgruppen sind elektronische Schwarze Bretter, an die eingeschriebene Mitglieder Mitteilungen versenden können. Diese Meldungen gruppieren sich meist nach Themen, zu denen manchmal ausgedehnte Diskussionen stattfinden. Die Abonnenten einer Newsgroup erhalten die jeweils neuen Meldungen automatisch oder auf Anforderung täglich auf ihren Computer überspielt. Manche Newsgruppen werden durch einen Moderator betreut, der die eingehenden Meldungen sortiert und bestimmten Themen zuordnet, gelegentlich auch von der Zirkulation ausschließt, wenn das Anliegen der Newsgruppe verfehlt wurde oder die ,,Netiquette" nicht beachtet wurde. Die Themen der Newsgruppen reichen von Aktionen der Alternativkultur über die Behandlung vieler Hobbies und Wissenschaftszweige bis zu Diskussionskreisen über Zen-Buddhismus. Die Verkehrssprache der Newsgruppen ist meist englisch, es gibt aber auch schon hunderte von deutschsprachigen Gruppen.
Das World Wide Web ist die derzeit entwickeltste Dienstleistung im Internet. Die Teilnahme setzt eine spezielle Software voraus (die gratis im Netz zu haben ist) und macht nur mit einem schnellen Modem, einem schnellen Computer und einem möglichst großen Farbbildschirm Spaß. Auf einer grafisch gestalteten Benutzeroberfläche finden sich Texte, Bilder und Schaltknöpfe bzw. hervorgehobene Wörter, bei deren Anklicken durch die Maus bestimmte Aktionen ausgelöst werden: das Abspielen von Filmen und Musik, die Übertragung von Dateien oder der Sprung zu anderen Adressen im Internet, an denen es weitere Informationen zum gewählten Thema gibt. Das World Wide Web ist der natürliche Ort für die Gewerbetreibenden im Internet, die hier ihre Angebote auf ansehnliche Weise präsentieren können. Auch Zeitungen und Zeitschriften (unter anderem Time und Der Spiegel) sind im Web vertreten. Angebote des Eichborn Verlages können Sie unter http://www.bazaar.de finden.